Vorbereitung auf einer Marokkanischen Hochzeit

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{:en}Riad Heklek{:}

Unsere Reise nach Marokko haben wir nach der Hochzeit einer Bekannten gerichtet. Das ist uns eine große Freude, eingeladen zu sein. Eine ganz besondere Sache, in der Hauptstadt, in Rabat eine traditionelle Hochzeit erleben zu dürfen.

Hier kamen aber die zwei große Fragen an: was sollen wir schenken, und das wichtigste, was werde ich anziehen????

Mit dem Geschenk waren wir schnell einig. Aus Ungarn hat uns meine Mama eine wunderschöne handgestrickte Tischdecke besorgt. Das ist wirklich etwas exotisches in Afrika. Dazu noch etwas trändiges, ein Mixer für die in Europa immer berühmtere Smoothie.
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Aber die zweite Frage blieb noch offen. Meine marokkanische Freundin und Trainerin, Amina berät mich. “Auf keinen Fall etwas europäisches – das würdest nur alleine du tragen, du fühlst dich dabei unwohl. Am besten sollst du vor Ort ein Festkleid kaufen.”

Damit war das Thema vertagt – ich muss zumindest das Kleid nicht mit einpacken und mitnehmen. (Für die Herren ist diese Frage, wie immer, viel einfacher. Auch dort tragen die männliche Hochzeitsgäste einen Anzug.) In Marrakech haben uns unser Architekt und Baumeister netterweise angeboten, uns zu begleiten. Sie kennen schöne Geschäfte im Souk (Markt).

Die Kleider sind sehr-sehr schön, aber alle irre groß.
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Die marokkanische Frauen sind vielleicht etwas kräftiger, als ich, aber alle eher kleiner. Ewig haben wir geschaut, es gab aber nur Einheitsgröße: breit und lang. Ab und zu habe ich nach den Preis gefragt, um mich zu orientieren, dort ist es aber nicht üblich, über den Preis zu reden, solange du dich nicht entschieden hast, etwas zu kaufen. Also, meine Frage blieb unbeantwortet.

Ich habe schließlich natürlich das teuerste Kleid ausgewählt. Als wir den Preis erfahren haben, bin ich fast tot umgefallen. Die Kleider sind sehr reichlich mit Flitter und Perlen geschmückt, die sie teuer machen. Aber als ich 600 € gehört habe, konnte ich es kaum glauben. Es gibt im ganzen Marrakech nicht so viel Tee, was man während dem Kauf trinken kann, diesen Preis auf eine vorstellbare Summe zu verhandeln. Unser Architekt hat alles versucht, aber schon die Basis war unvorstellbar. Wir mussten den Kauf unterbrechen. Die Herren waren enttäuscht. Ich auch, noch dazu voll traurig. Ich habe mich nun vorgestellt, an der Hochzeit in Jeans mit hübscher Bluse zu erscheinen… Voll Panne. Ich habe mir vorgenommen, am nächsten Tag alleine shoppen zu gehen.

Glücklicherweise hat mich Yannick nicht alleine gelassen. Glücklicherweise hat er bei seiner letzten Reise Youssef zum einem Geschäft begleitet, um für seine Tochter das Hochzeitskleid auszutauschen. (Gut, dass Rania die Farbe des Kleides nicht gefallen hätte). Er hat im Labyrinth des Souks das Geschäft sofort gefunden. Auch die gleiche Art von Kleider wie am Vortag haben wir dort wieder gesehen, wir haben aber den Basispreis gleich am Anfang gesetzt. Mit Hilfe der richtig netten Beratung und nach gefühlt hunderten von anprobierten Kleider habe ich mich für das zweite entschieden. Genau so schön, wie am Vortag.
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Yannick hat alles super geregelt und verhandelt. Das Kleid wurde auf mich geändert, habe noch ein paar Accessoires (Gürtel + passende Armbänder) bekommen. Ich war sooo unglaublich glücklich. Jetzt können wir doch nach Rabat zur Hochzeit fahren.

Ich berichte euch natürlich über das Fest am Sonntag.

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